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Viele Vereine verlieren Jugend - wir halten sie!

Ist das ein Trend in der C-Krise? Meinungen dazu.

Unser Dachverband in Hessen jammert. Vielen Vereinen würden die Jugendlichen davonlaufen. Abmeldungen zuhauf und es herrscht Katerstimmung. In den oberen Etagen gibt es erste Krisensitzungen - online natürlich, mit viel Abstand. Die Teilnehmer können sich zur Teilnahme anmelden.
Viel bringen wird es nicht. Dort, wo die Jugendlichen davongelaufen sind, ist eh keiner der Ideen zur Rettung der Lage beisteuern könnte.
Leider haben in vielen Vereinen die Verantwortlichen zu weit heruntergeschaltet, haben die Hände in den Schoß gelegt und an ein schnelles Ende der Krise geglaubt. Die Schützenhäuser waren dicht. An Ersatzbeschäftigung für Jugendliche und Schützen*innen dachte man nicht.
Jetzt, wo reihenweise Abmeldungen auf dem Tisch liegen, beginnt das große Jammern. An diesem Punkt aber, hat der Eisberg die Titanic bereits aufgeschlitzt.
Jetzt versucht der Verband Rettungsboote auszusetzen. Wie man das macht, sollen die Teilnehmer in Videokonferenzen herausfinden...

Uns Schützen in Steinfischbach hat der Lockdown, das Vor- und Zurückrudern bei den Maßnahmen und das schlechteste Impfprogramm der Welt genauso hart getroffen. Dennoch wurden die "Übungsstunden"  für unsere Jugend beibehalten. Zwar nur über Zoom, Whatsapp und unserer Website, aber genauso regelmäßig und ausgiebig wie sonst die Schießabende. Mehraufwand: keiner! Wir konnten das Team super zusammenhalten. Keine Entfremdung, kein Umstieg auf andere Hobbys, kaum Leistungsverlust! Bei der ersten genehmigten Öffnung des Schützenhauses waren alle da.
Heute trainieren wir am Stand, gemäß den geltenden Bestimmungen nur mit zwei Jugendlichen plus einen Trainer. Dieser Schichtbetrieb zieht zwar den Trainingsabend in die Länge, aber es funktioniert wie am Schnürchen. Ein guter Nebeneffekt ist, dass der Trainier mit Zweien am Stand intensiver und präziser auf die Schützen*innen einwirken kann.
Wir haben somit nichts erfinden müssen, um unsere Jugendlichen vor dem Weglaufen zu bewahren. Wir haben einfach weitergemacht. Mehr Theorie, viel Trockientraining, viel Teambuilding. Unsere Jugendlichen haben sich zum Teil einfache Sportgeräte besorgt mit denen wir noch heute gemeinsam Kräftigungsübungen machen.
So haben wir unser Boot durch die rauhe See gesegelt - hart am Wind und niemand ging über Bord.
MMP